Kulturerbe
Klapa und der Peristil: warum Splits ältester Platz wie ein Konzertsaal klingt

Der Peristil wurde nicht als Konzertsaal entworfen, verhält sich aber wie einer. Er ist auf drei Seiten geschlossen, mit Stein verkleidet, der den Klang zurückgibt statt ihn zu schlucken, und die Stufen zur Kathedrale bilden einen natürlichen Zuschauerraum. Deshalb zieht er seit Jahrhunderten Sänger an, und deshalb klingt eine unverstärkte Stimme dort besser als in den meisten eigens dafür gebauten Sälen.
Was Klapa ist
Klapa ist mehrstimmiger Gesang ohne Instrumente, aus Dalmatien. Das Wort bedeutet ursprünglich Gesellschaft, eine Gruppe von Freunden, und das beschreibt ziemlich genau, wie er entsteht: Ein erster Tenor beginnt, die anderen setzen nacheinander ein und bauen die Harmonie um ihn herum. Traditionell waren Klapa-Gruppen männlich; heute gibt es auch weibliche und gemischte.
2012 nahm die UNESCO den Klapa-Gesang in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Es ist keine für Besucher erfundene Folkloreattraktion, sondern eine lebendige Praxis, die in Dalmatien bis heute gepflegt wird, meist ganz informell.
Der Peristil als Bühne
Der Platz hat auch eine formale Theatergeschichte. Das Splitter Sommerfestival, Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gegründet, bringt seit Jahrzehnten Oper und Schauspiel auf den Peristil, und Aufführungen auf diesem Stein gehören zu den bekanntesten Bildern des kulturellen Lebens der Stadt. Das Publikum sitzt auf denselben Stufen, auf denen die Gäste heute Kaffee trinken.
Solche Dinge werden auf dem Peristil als Veranstaltungen ausgerichtet: Klapa-Gesang, ein Volkstanz wie das dalmatinische Kolo und mitunter ein historisches Bild mit einem Kaiser und römischen Soldaten. Der Platz muss dafür nicht umgebaut werden, denn er ist bereits eine Bühne.
Der beste Platz zum Zuschauen
Die Kissen des Lvxor auf den Stufen blicken direkt auf den Platz, sodass sich alles, was dort geschieht, im Sitzen verfolgen lässt. Dazu ein Glas Wein oder ein Cocktail und ein Teller in der Mitte: die dalmatinische Käseauswahl oder der dalmatinische Prosciutto, die beide auch draußen serviert werden.
Daneben spielt die Livemusik des Lvxor an jedem Abend der Saison, von 20 bis 23 Uhr auf dem Platz vor uns. Es spielen unsere eigenen Musiker, mal solo, mal in kleiner Besetzung, bekannte Pop-, Soul- und R&B-Hits. Im Winter zieht das Programm nach drinnen unter die Steingewölbe, überwiegend an Wochenenden.
Wie man dem Platz zuhört
Wer den Peristil hören will, wie er tatsächlich klingt, kommt außerhalb der Tagesspitze. Früh am Morgen, bevor die Führungsgruppen eintreffen, und spät am Abend, wenn sich der Platz geleert hat, tragen Schritte und Stimmen von einem Ende zum anderen. Es ist derselbe Raum, der einst den Auftritt eines Kaisers vor seinen Untertanen verstärken sollte, und er tut seine Arbeit noch immer.
Gesessen wird auf Kissen auf den antiken Stufen, mit Blick auf den Platz.

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